Die Natürlichen Geistzustände (Siddhis)
„Das Reich Gottes ist inwendig in euch.“
Jesus
„Der beste Dienst an allen Wesen ist, selbst vollständig erwacht zu sein.“
Buddha
„Dein größter Dienst an der Menschheit ist die Selbsterkenntnis.“
Ramana Maharshi
„Der Sinn des Lebens beruht doch darin,
dass man das Bewusstsein eines persönlichen Lebens eintauscht
gegen das Bewusstsein Gottes.“
Tolstoi
„Ich suche allerorts nach einem Menschen,
dessen Leben vom göttlichen Atem inspiriert ist.
Existiert ein solches Wesen?“
Rumi
Die Natürlichen Geistzustände
Nach meiner letzten Meditationszeit habe ich mir einmal aufgelistet, was ich bisher an spirituellen Erfahrungen erlebt habe. Woraufhin ging eine freudvolle Lawine an Recherche los, mit unerwartet fruchtbaren Ergebnissen, die für fortgeschrittene Meditierende sicherlich interessant ist. Mir ist nicht bekannt, dass es solch eine ausführliche Liste anderorts gibt. Zunächst meine Sammlung an Erfahrungen.
Liste meiner spirituellen Erlebnisse
👆🏼 einmalig erlebt | 🖐🏼 mehrfach erlebt | 🙏🏼 dauerhaft
● Amrita Fluss erzeugt 👆🏼 (amṛta)
● Lichtnahrung, von mehreren Tagen bis drei Monate 🖐🏼 (amṛta)
● Direkter Blick in die Sonne, längster 5 Stunden (Aufgang bis Nachmittag) 🖐🏼 (garimā)
● Sehen bei geschlossenen Augen 👆🏼 (divya cakṣus)
● Schlaflosigkeit (Yoga Nidra), von einzelnen Nächten bis ca. 2,5 Wochen 🖐🏼 (kāla parināma)
● Instant Wissen (Schwangerschaft, Tod, Corona, …) 🖐🏼 (pratibhā)
● Eingebung höheren Wissens & Wahrheit, zB neuartiger Meditationen 🖐🏼 (pratibhā)
● Unterscheidung der Geister (Wahrheit von Einbildung oder Lüge) 🖐🏼 (satya-vādi)
● Feinstoffliches Sehen (Chakren, Aura, etc.) 🖐🏼 (divya dṛṣṭi)
● Direktes Wissen um eigene vergangene Leben 🙏🏼 (pūrva janma jñāna)
● Direktes Wissen um vergangene Leben anderer (inkl. Themen) 🙏🏼 (pūrva janma jñāna)
● Zukünftige Leben erlebt 👆🏼 (bhaviṣya jñāna)
● Parallele Leben erlebt 🖐🏼 (bahu kāya)
● Bewusstwerdung in Körpern anderer Wesen und Menschen im Jetzt 🖐🏼 (parakāyapraveśa)
● Astralreisen, mehrere Male auf anderen Planeten (Heimat, Saturn, V., Unbekannt) 🖐🏼 (parakāyapraveśa)
● Gedanken anderer lesen 🖐🏼 (para citta jñāna)
● Emotionen anderer lesen 🖐🏼 (para citta jñāna)
● Körperempfindungen lesen (zB Krankheiten) 🖐🏼 (vyādhi jñāna)
● Fremde Sprachen verstehen (inklusive Tiere) 👆🏼 (bhūta-ruta-jñāna)
● Zeitmanipulationen (Interkontinentalflug halb so lang, Stunden übersprungen, …) 🖐🏼 (kāla parināma)
● Vorhersehen von Ereignissen 🖐🏼 (bhaviṣya darśana)
● Heilung durch Handauflegen und Fernheilung, darunter beginnende Heilung eines durch durchtrennte Nervenbahnen halbseitig Gelähmten 🖐🏼 (roga nāśa)
● Instant-Manifestation 🖐🏼 (saṅkalpa siddhi)
● Begegnung und Interaktion mit Verstorbenen 👆🏼 (preta darśana)
● Begegnung und Interaktion mit sichtbaren und nicht-sichtbaren Wesenheiten 🖐🏼 (yakṣa darśana)
● Austreibungen 🖐🏼 (bhūta nāśa)
● Matrixcode erlebt (gesehen, gehört, gefühlt) 🖐🏼 (māyā darśana)
● Das Ego direkt erfahren (nicht nur seine Auswüchse) 👆🏼 (ahaṃkāra darśana)
● Maha-Samadhi 🖐🏼 (mahā samādhi)
● Dem Selbst begegnet 🖐🏼 (ātma darśana)
● Eintauchen in’s Nichts 🖐🏼 (śūnya)
● Eintauchen in “Alles” 👆🏼 (sarva)
● Das Ideal erlebt (“Paradies”) 🖐🏼 (svarga)
● Eintauchen in die reinen Seinszustände (Dreieinigkeit) 🖐🏼 (sat-cit-ānanda)
● Konstante Präsenz des Selbst 🙏🏼 (ātma sthiti)
“Übersinnlichen Fähigkeiten” heißen Siddhis (सिद्धि), was wörtlich “Vollendung”, “Erreichung” oder “Perfektion” bedeutet – also genau der natürliche Zustand des Seins (Seele, Atman), wenn sie von Illusionen (Maya) befreit ist. Es ist kein “Übernatürliches”, sondern eine natürliche Manifestation der Seins, die durch Praxis (Sadhana) oder sogar spontan (durch Reife) entsteht. Praxis ist nur notwendig aufgrund der Selbstentfremdung. Übernatürlich sind sie aus der Sicht des Unwissenden, dagegen natürlich aus der Sicht des Selbst.
Siddhis, oder wie ich sie nenne: “Natürliche Geistzustände” sind Nebenprodukte, die auf verschiedene Weisen hervorkommen können. Ihr Ursprung sind die “Natürlichen Seinszustände”:
Die Natürlichen Seinszustände sind
Bewusstheit
die Gedankenfreiheit beinhaltet, sowie Freiheit von Werten, Glauben, Projektionen, mentalen Filtern, Ignoranz.
Praxis: Jede Form der Bewusstheits-Erweiterung kommt ihr näher. Bewusstheit muss dafür nicht erlangt werden -denn da sie keine Schöpfung ist, kann sie nicht erschaffen werden- sondern die künstlich erschaffene Unbewusstheit muss aufgelöst werden.
Technik: Vipassana, Gottmensch Meditation (GMM), Auge-in-Auge mit dem Selbst
Erste Erscheinungen: Wissen und Erkennen von Wahrheit, Instant-Wissen, Unterscheidungsfähigkeit, scharfer Verstand, durchdringende Bewusstheit
Folge: All-Bewusstheit, All-Wissen
Bedingungslose Liebe
die Unerschütterlichen Frieden beinhaltet, um bedingungslos sein zu können. Das Kind beider ist die Grundlose Freude, und es ist die Grundlose Freude, die die Schöpfung antreibt. In Ihr ist das Goldene Urverhältnis enthalten, dass dafür sorgt dass Alles alles ist, als die Raumzeit aller Möglichkeiten, und ihr Ergebnis ist Schönheit.
Technik: Sungazing, Sonnenmeditation, Sonnenyoga, Metta-Bhavana, Gottmensch Aufrichtung (GMA), deepSAM
Folge: All-Verbundenheit & All-Gegenwärtigkeit
Sein
ist das erfahrene Wissen um den jenseitigen Hintergrund zu allem Wandel der Schöpfung; dem Grund warum Schöpfung existiert und wozu sie dient; dass es um das “Ist” und nicht das “werden” geht, denn alles, was kommt und geht, lebt und stirbt, “Ist” nicht. Im Gegensatz zu dem, was du bist.
Praxis: Im Sein ist alles enthalten. Das Ruhen im Sein ist der Wille zu “Alle und alles ist ideal”, wie im 7. Schöpfungstag versinnbildlicht. Dies ist das “Ich bin”, das formlos, daher ohne Selbstbild und Selbstdefinition ist. Ihm ist der Freie Wille zu eigen.
Technik: SAM (Spontanbewegen), Gottmensch Meditation (GMM), Gottmensch Aufrichtung (GMA)
Folge: All-Macht. Freier Wille.
Aus den “Natürlichen Seinszuständen” folgt der “Natürliche Geist” mit seinen “Natürlichen Geistzuständen”.
Ein Yogi ist ein Wesen, das die Natürlichen Seinszustände so freigelegt hat, dass diese nicht nur zeitweise, sondern dauerhaft zu einem oder mehreren der Natürlichen Geistzuständen führt. Wie ein konstanter Lichtstrahl des Selbst, der durch die Wolken der Umnachtung in die Schöpfung leuchtet. Diese Freilegung bedarf nicht der Selbsterkenntnis, also der gefühlten und verstandenen Antwort auf die Frage “Was bin ich?”, doch diese “Maha-Erkenntnis” garantiert eine über alle Tode hinaus selbständig fortlaufende Freilegung. Final endet dies in der Verkörperung aller Göttlichen Eigenschaften, letztlich dem Freien Willen im Einklang mit sich und allem. Ein solcher Mensch und Yogi, ist ein Gottmensch.
Wie Natürliche Geistzustände auch genannt werden
| Benennung | Beschreibung | Freilegung | Praxisbeispiel | Yogis |
|---|---|---|---|---|
| Siddhi (Erfüllung, Vollendung) |
Allgemeiner Begriff für übermenschliche Fähigkeiten; populär in Śaiva-Tantra. | Durch Yoga-Praxis, Meditation, samādhi; in Tantra durch japa; in Haṭhayoga spontan. | Tägliche 108-mal Japa eines Bija-Mantras (z. B. “Om”) über Monate bis zur inneren Vibration und spontanen Energieerweckung. | Patanjali, Ramakrishna Paramahamsa, Swami Vivekananda, Buddha, Jesus, Mohammed |
| Vibhūti (Allgegenwart) |
Durchdringende Kräfte; Titel des dritten Kapitels im Yogasūtra; Kṛṣṇas Yoga in BhG. | Durch Yoga-Praxis (Vibhūti-yoga); Identifikation mit Universum (mahān ātmā). | Samyama (Dharana-Dhyana-Samadhi) auf das Herzchakra, bis Gefühl der Ausdehnung in alle Richtungen entsteht (wie Kṛṣṇa Arjuna zeigt). | Sri Yukteswar, Paramahansa Yogananda, Krishna, Buddha |
| Aiśvarya (Herrschaft, Meisterschaft) |
Meisterschaft über Elemente oder Realität; kosmische Herrschaft. | Durch Yoga und Sāṃkhya-Wissen; schrittweise Eroberung der tattvas. | Intensive dhāraṇā auf die fünf Elemente nacheinander, bis Kontrolle über Feuer/Wasser spürbar wird (wie in MBh 12.228). | Sri Aurobindo, BKS Iyengar, Pattabhi Jois, Krishna |
| Jñāna (Wissen, außergewöhnliches Wissen) |
Höheres Wissen, z. B. über vergangene Leben. | Häufigster Begriff im Yogasūtra; durch Meditation. | Langes Sitzen in Stille mit Fokus auf Ajna-Chakra, bis Einsichten in vergangene Leben aufblitzen. | Ramana Maharshi, Nisargadatta Maharaj, Buddha, Jesus |
| Bala (Kraft, Macht) |
Häufig im Mahābhārata für Yoga-Kräfte; Stärke über Elemente. | Durch Yoga-Praxis; moralisches Verhalten, Diät, dhāraṇā. | Strenge Diät (nur Milch/Körner) + tägliche dhāraṇā auf Muskeln, bis übermenschliche Stärke entsteht (wie Śuka). | Swami Sivananda, Tirumalai Krishnamacharya, Shiva |
| Guṇa / Guṇāṣṭaka (Eigenschaften) |
Acht Eigenschaften/Kräfte in Tantra und Haṭhayoga (nicht identisch mit Siddhis). | Durch Tantra-Yoga; in Haṭhayoga als Alternative zu Siddhis. | Haṭhayoga-Übungen (Asanas + Pranayama) bis acht subtile Qualitäten (z. B. Leichtigkeit) spontan erscheinen. | Gorakhnath, Matsyendranath |
| Iddhi/Ṛddhi (Vollendung) |
Buddhistischer Begriff für Kräfte; in Jain-Digambara. | Durch Meditation (Buddhismus); Askese (Jainismus). | Vipassana-Meditation über Wochen, bis Iddhi wie Fliegen oder Hellsehen entstehen (fünf weltliche Abhiññās). | Buddha, Mahavira, Milarepa |
| Abhiññā / Abhijñā (Höheres Wissen) |
Höheres Wissen in Pāli-Buddhismus. | Durch Meditation; sechs Abhiññās (fünf weltlich, eine transzendent). | Intensive Samatha-Meditation auf Atmung, bis Gedankenlesen oder göttliches Ohr erscheinen. | Buddha, Ananda, Sariputta |
| Labdhi | Jain-Śvetāmbara-Begriff für Kräfte. | Durch Askese. | Monatelanges Fasten + Meditation, bis karmische Blockaden fallen und Kräfte wie Heilung entstehen. | Mahavira, Kundakunda |
| Adhiṣṭhāna, Vikurvaṇa | In Mahāyāna-Buddhismus; Ersetzung für iddhi. | Durch Meditation oder Mantras. | Durch Meditation oder Mantras. | Buddha, Nagarjuna |
| Vīrya (Kraft, Heldentum) |
Mächtige Energie; Śuka geboren damit. | Angeboren oder durch Askese; demonstriert in Befreiung. | Angeboren (durch Segen Śivas) oder durch Askese (tapas); demonstriert in Befreiung. | Śuka, Shiva |
| Prabhāva (Wirkung, Kraft) |
Beeinflussende Kraft; für Flug. | Durch Yoga-Praxis; Vermeidung von Stolz. | Durch Yoga-Praxis; Vermeidung von Stolz und Genuss. | Śuka |
| Yoga (als Kraft) |
Synonym für übernatürliche Fähigkeit. | Durch Praxis; Mittel zur Befreiung. | Durch Praxis; in MBh als Mittel zur Befreiung oder Schöpfung. | Krishna, Patanjali |
| Yogabala (Yoga-Kraft) |
Kraft, Yogis zu ermächtigen, Universum zu beherrschen. | Durch uneingeschränkte Yoga-Praxis. | Durch uneingeschränkte Yoga-Praxis; Yogis als Īśvaras (Herren). | Krishna, Shiva |
Möglichkeiten zur Freilegung der Natürlichen Geistzustände
Sammlung aus verschiedenen Traditionen und Religionen
| Bezeichnung | Traditionen | Praxis-Beispiel | Yogis |
|---|---|---|---|
| Yoga-Praxis | Yoga, Haṭhayoga | Tägliche Asanas und Pranayama, die spontan zu Kräften wie Fliegen führen. | Patanjali, Tirumalai Krishnamacharya, BKS Iyengar, Buddha |
| Meditation | Buddhismus, Yogasūtra | Vipassana-Sitzungen über Stunden, um Abhiññās wie Gedankenlesen zu erlangen. | Buddha, Ramana Maharshi, Milarepa, Jesus (in Gebeten) |
| Konzentration (samādhi) | Yogasūtra, Tantra | Fokus auf ein Objekt bis zur Absorption, z.B. auf die Sonne für Flugfähigkeit. | Patanjali, Ramakrishna Paramahamsa, Gorakhnath, Buddha |
| Mantra-Wiederholungen (japa) | Tantra, Jainismus | 40.000 Wiederholungen eines Mantras in Isolation für höhere Kräfte wie Allmacht. | Gorakhnath, Matsyendranath, Rumi (im Sufismus), Mohammed (in Gebeten) |
| Spontan als Nebenprodukt (akalpitā) | Haṭhayoga, Yogasūtra | Entsteht unabsichtlich während der Reinigung auf dem Weg zur Befreiung, z.B. bei Fortschritt in Samādhi. | Paramahansa Yogananda, Sri Yukteswar, Buddha, Jesus |
| Intentional durch gezielte Praxis (kalpitā) | Tantra, Jainismus | Gezieltes Ritual mit Mantras an speziellen Orten wie Friedhöfen für Unsichtbarkeit. | Gorakhnath, Matsyendranath, Mahavira, Ibn Arabi (Sufismus) |
| Askese (tapas) | Jainismus, Mahābhārata | 12 Jahre strenges Fasten und Enthaltsamkeit für Kräfte wie Heilung durch Berührung. | Mahavira, Milarepa, Jesus (40 Tage in der Wüste), Mohammed (Fasten) |
| Zaubersprüche (vidyā) | Jainismus | Rezitation magischer Formeln in Einsamkeit, um Gestaltwandlung in Tiere zu erreichen. | Mahavira, Gorakhnath, Al-Ghazali (im Sufismus) |
| Willenskraft und Verwandlung (Parināma) | Yogasūtra | Mentale Fixation (dhāraṇā) auf Elemente, um Omnipräsenz durch Bewusstseinswandlung zu erlangen. | Patanjali, Krishna, Buddha, Jesus |
| Zerstörung / Unterdrückung von Karma | Yogasūtra, Jainismus | Reinigungsrituale, die vergangene Karmas auflösen, z.B. durch intensive Askese. | Patanjali, Mahavira, Buddha, Ramana Maharshi |
| Durch Geburt (janma) | Yogasūtra | Erworben aus vergangenen Leben, z.B. angeborene Fähigkeiten wie Flug bei wiedergeborenen Yogis. | Krishna, Buddha, Sai Baba of Shirdi, Jesus |
| Drogen/Kräuter (auṣadhi) | Yogasūtra | Einnahme heiliger Kräuter in Ritualen, um übernatürliches Wissen zu aktivieren. | Patanjali, Agastya Muni, Shamanen-Figuren wie in vedischen Traditionen |
| Dienst an Gott (bhakti) | Bhakti-Traditionen, Mahābhārata | Hingabevolle Gebete und Opfer an Götter wie Śiva für Segnungen wie Unsterblichkeit. | Ramakrishna Paramahamsa, Krishna, Jesus, Mohammed |
| Übertragung durch Meister (Initiation, Guru Grace) | Tantra, Yoga | Direkte Energieübertragung vom Guru, z.B. durch Berührung für sofortige Kräfte. | Lahiri Mahasaya, Sri Yukteswar, Abdul Qadir Jilani (Sufismus), Jesus (Apostel) |
| Segnungen höherer Wesenheiten | Verschiedene (z.B. Tantra, Buddhismus) | Anrufung von Devas oder Buddhas in Meditation für Kräfte wie Himmlische Vision. | Krishna, Buddha, Rumi, Jesus |
| Nebenprodukte spiritueller Reinigung | Yogasūtra, Haṭhayoga | Entstehen bei Karmareinigung, z.B. Unsichtbarkeit als Resultat tiefer innerer Säuberung. | Patanjali, Paramahansa Yogananda, Buddha, Mohammed |
| Rituale in speziellen Orten | Tantra | Opferrituale an Kreuzungen oder Friedhöfen, z.B. mit Blut für magischen Mord. | Gorakhnath, Matsyendranath, Tantra-Meister |
| Opfer (z.B. Blut) | Tantra | Blutopfer in dunklen Ritualen, um dämonische Kräfte wie Terrorisieren zu erlangen. | Tantra-Meister (dunkle Aspekte), keine positiven Yogis prominent |
| Meisterung von Mantras/Vidyās | Tantra, Jainismus | Intensive Rezitation über Jahre, z.B. für Kontrolle über Wesen. | Gorakhnath, Matsyendranath, Mahavira, Rumi |
| Prāṇa-Yoga-Praxis (Atemkontrolle) | Haṭhayoga | Prāṇāyāma-Übungen, die Nektar (amṛta) freisetzen, für Unsterblichkeit durch Balance von Kanälen. | Tirumalai Krishnamacharya, Swami Sivananda, Buddha, Jesus (Atemgebet) |
| Vrats/Anuṣṭāns (Gelübde) | Jainismus, Tantra | Selbstgewähltes 12-Jahres-Gelübde mit Disziplin für optimale Siddhi-Erlangung. | Mahavira, Gorakhnath, Milarepa, Mohammed (Gelübde) |
Wissenswertes zu den Natürlichen Geistzuständen
Acht klassische Siddhis: Aṇimā (Kleinwerden), Mahimā (Großwerden), Garimā (Schwerwerden), Laghimā (Leichtwerden), Prāpti (Erreichen ferner Objekte), Prākāmya (Wunscherfüllung), Īśitva (Herrschaft über Elemente), Vaśitva (Kontrolle über Wesen). Diese werden oft in Yogasūtra und Tantra referenziert, erlangt durch hohe Stufen wie 40.000 Mantra-Wiederholungen oder spontan in Haṭhayoga.
Grade der Siddhis: Unterteilt in adhama (niedrig, z.B. Feindschaft säen), madhyama (mittler, z.B. Alle Wesen unterwerfen), uttama (höchst, z.B. Vereinigung mit Śiva). Niedrigere Grade erlangen mittels Ritualen erfordern weniger Wiederholungen (z.B. 20.000), höhere mehr (z.B. 40.000).
Hierarchie und Einschränkungen: Powers sind hierarchisch (intellektuell > heilend); viele nur in bestimmten Zeitaltern (kāla) oder Zyklen erreichbar. Einige geschlechtsspezifisch (männlich dominiert, z.B. Vaśīkaraṇa gegen Frauen) oder gefährlich (z.B. dämonische Schwerter, Vetālas).
Allgemeines: Siddhis entstehen oft als unvermeidliche Nebenprodukte des Wegs zur Befreiung; spontan (akalpitā) vs. intentional (kalpitā). In Buddhismus: Fünf weltliche Abhiññās durch Meditation, sechste transzendent. In Jainismus: Abhängig von Karma.
Warnungen und Ambivalenz: Siddhis gelten in Traditionen wie Yogasūtra als Hindernisse für die ultimative Befreiung (kaivalya), da Anhaftung leicht und verführerisch; sie sollten nicht gesucht oder gezeigt werden. Oft ambivalent: Hilfreich als Zeichen des Fortschritts, aber gefährlich, wenn missbraucht.
Vollkommene Natürliche Geistzustände
Diese sind die Siddhis, die den drei Göttlichen Eigenschaften am nächsten kommen und sie vollständig verkörpern: Reine Bewusstheit (Allwissen), Bedingungslose Liebe (Allverbundenheit & Allgegenwärtigkeit) und Ewiges Sein (Allmacht). Sie repräsentieren die höchste Stufe der spirituellen Realisation und werden oft als ultimative Ziele in Traditionen wie Yoga, Tantra, Sufismus, Christentum und Buddhismus beschrieben.
Allwissen
(Reine Bewusstheit, oberes Dantien, mental)
| Fähigkeit | Beschreibung | Freilegung | Praxisbeispiel | Yogis |
|---|---|---|---|---|
| Allwissenheit | Alles wissen. | Durch Meisterschaft der tattvas; in Tantra durch hohe japa. | Tausende Japa eines hohen Mantras (z. B. 40.000+), bis universales Wissen durchflutet. | Ramana Maharshi, Krishna, Buddha, Jesus, Mohammed |
| Jñāna (Wissen, außergewöhnliches Wissen) | Höheres Wissen, z. B. über vergangene Leben. | Häufigster Begriff im Yogasūtra; durch Meditation. | Langes Sitzen in Stille mit Fokus auf Ajna-Chakra, bis Einsichten in vergangene Leben aufblitzen. | Ramana Maharshi, Nisargadatta Maharaj, Buddha, Jesus |
| Abhiññā/Abhijñā (Höheres Wissen) | Höheres Wissen in Pāli-Buddhismus. | Durch Meditation; sechs Abhiññās (fünf weltlich, eine transzendent). | Intensive Samatha-Meditation auf Atmung, bis Gedankenlesen oder göttliches Ohr erscheinen. | Buddha, Ananda, Sariputta |
| Wort der Erkenntnis | Übernatürliches Wissen über verborgene Fakten; z.B. Gedanken oder Geheimnisse offenbaren. | Durch Gnade Gottes; in der Gemeinde aktiviert. | Gebet um Offenbarung, bis spezifisches Wissen über eine Person eintrifft. | Jesus, Buddha, Mohammed |
| Erkenntnis | Wissen um Gott und Schöpfung; heilige Wissenschaft. | Durch Heiligen Geist; durch Studium. | Gebet um Wissen, bis theologische Einsichten entstehen. | Jesus, Buddha, Patanjali |
Allverbundenheit & Allgegenwärtigkeit
(Bedingungslose Liebe, mittleres Dantien, emotional)
| Fähigkeit | Beschreibung | Freilegung | Praxisbeispiel | Yogis |
|---|---|---|---|---|
| Vibhūti (Allgegenwart) | Durchdringende Kräfte; Titel des dritten Kapitels im Yogasūtra; Kṛṣṇas Yoga in BhG. | Durch Yoga-Praxis (Vibhūti-yoga); Identifikation mit Universum (mahān ātmā). | Samyama (Dharana-Dhyana-Samadhi) auf das Herzchakra, bis Gefühl der Ausdehnung in alle Richtungen entsteht (wie Kṛṣṇa Arjuna zeigt). | Sri Yukteswar, Paramahansa Yogananda, Krishna, Buddha |
| Allgegenwart | Überall gleichzeitig sein; Śuka am Ende. | Durch Yoga; im Yogasūtra durch Parināma; Erreichen von brahman. | Samyama auf Raum-Element, bis Präsenz im gesamten Kosmos gefühlt wird (wie Śuka). | Krishna, Baba Neem Karoli |
| Vereinigung mit Śiva | Befreiung (mokṣa). | Durch Tantra-Mantras (40.000 Wiederholungen). | 40.000 Japa eines hohen Śiva-Mantras, bis Einheit mit Śiva erlebt wird. | Shiva, Gorakhnath, Ramana Maharshi |
| Frömmigkeit | Tiefe Gottesverehrung; frommes Leben. | Durch Heiligen Geist; in Hingabe. | Tägliches Gebet, bis Frömmigkeit natürlich fließt. | Jesus, Buddha, Mohammed |
| Freundschaft aller gewinnen | Universelle Freundschaft. | Durch Tantra-Mantras (20.000 Wiederholungen). | Tantra-Mantras (20.000 Wiederholungen). | Buddha, Jesus |
Allmacht
(Ewiges Sein, unteres Dantien, körperlich)
| Fähigkeit | Beschreibung | Freilegung | Praxisbeispiel | Yogis |
|---|---|---|---|---|
| Allmacht | Unbegrenzte Macht. | Durch Identifikation mit Schöpfergott (Mahābhārata). | Identifikation mit Brahman durch tiefe Meditation, bis schöpferische Kraft fließt. | Krishna, Shiva, Jesus |
| Aiśvarya (Herrschaft, Meisterschaft) | Meisterschaft über Elemente oder Realität; kosmische Herrschaft. | Durch Yoga und Sāṃkhya-Wissen; schrittweise Eroberung der tattvas. | Intensive dhāraṇā auf die fünf Elemente nacheinander, bis Kontrolle über Feuer/Wasser spürbar wird (wie in MBh 12.228). | Sri Aurobindo, BKS Iyengar, Pattabhi Jois, Krishna |
| Bala (Kraft, Macht) | Häufig im Mahābhārata für Yoga-Kräfte; Stärke über Elemente. | Durch Yoga-Praxis; moralisches Verhalten, Diät, dhāraṇā. | Strenge Diät (nur Milch/Körner) + tägliche dhāraṇā auf Muskeln, bis übermenschliche Stärke entsteht (wie Śuka). | Swami Sivananda, Tirumalai Krishnamacharya, Shiva |
| Yogabala (Yoga-Kraft) | Kraft, Yogis zu ermächtigen, Universum zu beherrschen. | Durch uneingeschränkte Yoga-Praxis. | Durch uneingeschränkte Yoga-Praxis; Yogis als Īśvaras (Herren). | Krishna, Shiva |
| Yoga aiśvara (Kosmisches Souveränität) | Göttliche Yoga-Herrschaft; Kṛṣṇa als mahāyogeśvara. | Inhärent bei Gott; für Yogins durch Praxis. | Inhärent bei Gott; Für Yogins durch Praxis; Manifestationen (vibhūtis). | Krishna, Shiva |
Unvollkommene Natürliche Geistzustände
Diese Siddhis spiegeln die drei Göttlichen Eigenschaften teilweise wider und sind oft als Nebenprodukte oder unvollständige Manifestationen beschrieben. Sie können ablenkend oder ambivalent sein, wie in den Traditionen gewarnt wird (z.B. als Hindernisse für Kaivalya im Yogasūtra oder als zu verbergende Karamat im Sufismus). Ich selbst halte sie für nützlich, für Strebsame motivierend und unproblematisch – solange man nicht in die Anhaftung verfällt. Was, ja, nicht unbedingt leicht sein muss.
⚠️ Ab hier folgt ein Ausschnitt der weiteren 9 Seiten über 13 niedere Siddhis der Bewusstheit, 13 niedere Siddhis der Bedingungslosen Liebe und 37 niedere Siddhis der Macht. Die vollständige Liste ist für jene, die unsere Arbeit dauerhaft unterstützen. Wenn du auch Einblick haben willst, werde Vereinsmitglied :). Eine formlose Anfrage an uns genügt.
Teile von Allwissen
(Reine Bewusstheit, oberes Dantien, mental)
| Bewusstsein vergangener Wiedergeburten, Gedankenlesen, Vorhersage der Zukunft, Wissen um Verborgenes, … |
Teile von Allverbundenheit & Allgegenwärtigkeit
(Bedingungslose Liebe, mittleres Dantien, emotional)
| In mehreren Körpern präsent sein, Eintreten in fremden Körper, Sprachen aller Wesen verstehen und sprechen, … |
Teile von Allmacht
(Ewiges Sein, unteres Dantien, körperlich)
| Psychokinese, Unsichtbarkeit, Unsterblichkeit, Herrschaft über die Elemente, Krankheiten heilen, … |
👉🏼 Bist du Vereinsmitglied, erfrage bei uns den Zugang zum vollständigen Dokument :).
Ergänzung
Es gab einige Fragen zu diesem Post auf Telegram und ich habe dazu eine eigene Audio aufgenommen, die wie jede Audio der “Einsichtsuchende Dialoge” angefragt werden kann:
Fragen
1. Danke für‘s Teilen. Inspiriert mich auch zum Dranbleiben.
2. Mit welchen Techniken hast du diese Zustände erlebt bzw kamst du dahin?
3. „Instant Wissen“, erzählst Du da mehr darüber?
4. „Matrixcode erlebt“, erzählst Du das auch genauer?
5. „Zeitmanipulation“ Zeitmanipulation war das zufällig oder hast Du das selbst initiiert? Wenn ja wie? Hatte das zufällig bisher. Woher wusstest Du, dass Du Dir das nicht eingebildet hast?
6. “Zukünftige Leben erlebt“: Wie hast Du gespürt, dass es die Zukunft war (wenn ja doch die Zeit an sich eine Illusion bzw. eine Spirale/Kreislauf ect. ist) bzw. wie hast Du es von “Parallelleben” unterscheiden können. Ich gehe derzeit nämlich für mich von der Annahme “alles existiert gleichzeitig”/ Multiversum aus.
Im Telegram-Kanal und hier auf Gottmensch.de findest du vergangene Einsichtsuchende Dialoge.
Immer & allerorts rein auf Spendenbasis
Buchtips
Hier findest du alle unsere Empfehlungen, um in die Thematiken von Gottmensch.de einzusteigen und zu vertiefen. Insbesondere zu den Siddhis sind folgende Titel interessant:
• “Life and teaching of the masters of the far east, Bd.1-3” oder auf deutsch
• “Die Geschichte Jakobus des Jüngeren”
• “Offenbarungen eines Unsterblichen”, auch als pdf mit Anmerkungen von Abuna Semai.
• “Das Yoga der Lichtnahrung”
• “Yogadarsana”
• sowie “Das verborgene Feuer“, “Autobiografie eines Yogi“, “Im Land der Stille“, “Rainbow Body“, “Opening the Dragon Gate“, “Kunlun System” und mehr













Begleiter:
Von Sinnlosigkeit, Grundloser Freude


Sprache: deutsch

Begleiter: 

Inhalt









„Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“


