Was ist Erleuchtung?

Abuna Semai

von Abuna Semai

12. Januar 2019

“Erleuchtung” scheint den meisten eine eher östliche Idee zu sein, mit der sie recht wenig anfangen können, da es zwar etwas religiös Erstrebenswertes zu sein sein scheint, aber was sich genau dahinter verbirgt…. tja, das ist dann doch nebulös. Viele sogenannte “Spirituelle” sprechen davon, meist aber so, als wüssten alle wie selbstverständlich, was damit gemeint ist. Die meisten nicken das ab, da sie nicht zugeben wollen, das sie garnicht wissen, wessen sie da zustimmen und sich nicht trauen zu fragen:

“Was ist denn Erleuchtung?”

Diese Frage habe ich mir vor vielen Jahren schon gestellt, jedoch zunächst in einer anderen Form. Im Studium der Medizin, Psychologie, Hypnose, NLP, Schamanismus und was ich sonst noch in die Finger bekam, war ich instinktiv auf der Suche nach einer bestimmten Antwort. Auch wenn allerorts propagiert wurde, dass jedes einzelne Problem auch seine maßgeschneiderte Lösung braucht, verwirrte mich dies jedes einzelne Mal. Auf dieselbe Weise. Warum sollte die Schöpfung so undurchdringlich kompliziert gestaltet worden sein, warum also solches Labyrinth, dass man verzweifeln könnte wie Sisyphos an seinem Stein? Gräbt man sich bei jeglichem Thema zu seiner Wurzel vor, so kommt man unweigerlich zum Ergebnis, dass sich so anfühlt, als würde man von vielen sehr unterschiedlich erscheinenden Blättern und Ästen sich dann doch immer wieder auf denselben Stamm zubewegen. Friedlich aber entschlossen klammerte sich so eine Ahnung in meinen Geist: Es muss eine einzelne Lösung für alles geben. Das klingt zunächst wahnwitzig – erzeugt aber bei jedem, der dies in sich zu reifen erlaubt, einen äußerst erhebenden geistigen Zustand. Dennoch kann sich dies auch bei Luftschlössern so anfühlen, also ist Achtsamkeit geboten, um nicht einer Idee zu verfallen, die sich nicht bis zur Wirklichkeit durchzudringen vermag.

Da ich keinerlei brauchbare Antwort in Büchern oder bei “Gelehrten” fand, musste ich auf den einzig noch möglichen Weg gehen, um eventuell eine Antwort auf diese Frage zu erhalten: Nach innen. Das Mediation der Weg zur Antwort sein sollte, hat sich von selbst ergeben. Der Mechanismus dahinter ist mittlerweile geklärt: Konfrontiert man einen geistigen blinden Fleck, wie er zum Beispiel bei der Frage “Was ist die eine Lösung für alles?” erscheint, mit reiner Bewusstheit, wird er sich langsam auflösen wie Wolken unter der Sonne. Nach zahlreichen Synchronizitäten und jahrelangem Umkreisen und Eintauchen in diesen speziellen blinden Fleck, wurde ich auf die Frage “Was bin ich?” gebracht, die irgend einen mysteriösen Zusammenhang mit der “Wurzel allen Übels” zu haben schien.

Ich ging nicht davon aus, dass ich auf diese Frage eine Antwort erhalten werde, sehr wohl das dies möglich zu sein schien und eine tiefe Bedeutung hat. Ich traf, reiste eine Weile mit und hörte auch von vielen Menschen, die die “Erleuchtung” erfahren hatten. Bei allen hat sich das Leben grundlegend drastisch geändert, sie hatten eine gewisse Ausstrahlung, die ich nur bei solchen Menschen vorfand. In einem unerwarteten Augenblick, nach tagelanger rundumdieuhr-Meditation mit Vipassana nach Goenka, Sonnenmeditation und SAM wurde mir die Antwort schlagartig in einem thailändischen Kloster bewusst und traf mich gefühlt ins Mark, da sie nicht nur intellektuell informativ kam, sondern mir auch die Bedeutung gleich ins Herz rutschte. Auf einmal wurde alles offensichtlich, zumindest schlug die erste Erkenntnis darum in mir solche Wellen, dass völlig klar wurde, warum allerorts alle Menschen -auch ich bis dato- auf einer bewussten oder unbewussten Suche sind. Und das schon viele Leben lang.

Jedoch wurde mir dabei auch klar, dass “Erleuchtete” teils von verschiedenen Erlebnissen sprechen. Und da sich Erleuchtete untereinander so gut wie nicht austauschen, scheint ihnen auch nicht aufzufallen, dass es da Unterschiede gibt. Und das sind gravierende. Im Laufe meiner Forschungen um den Begriff “Erleuchtung” wurde folgendes klar: Es gibt verschiedene Erlebnisse, die alle unter “Erleuchtung” gefasst werden, da die meisten, die aussergewöhnliche Zustände erlebten, sich danach sagten “Das muss Erleuchtung gewesen sein!”. Und wen sollten sie schon fragen? Mit wem sich besprechen und abklären, was das war, was ihnen da widerfahren ist? Erleuchtung -in jedem individuellen Verständnis- ist immer noch so etwas Seltenes, dass man damit auf sich gestellt ist. Um so gesegneter fühlte ich mich, dass ich zumindest einige persönlich kennenlernte und von anderen aus erster Hand hörte. Somit kann ich heute verschiedene Zustände unterscheiden, die alle zwar gern Erleuchtung genannt werden, aber nicht sind. Allerdings kommt es dabei auch darauf an, welche Prioritäten jemand setzt. Für mich hat sich eine nicht individuelle, natürliche Reihenfolge ergeben, bei der es für intensiv Meditierende günstig ist, diese zu unterscheiden, um nicht in den Eindruck zu verfallen, “man sei fertig”. Das Ego nutzt solche besonderen spirituellen Erlebnisse gern, um sich auf die Schulter zu klopfen – und dann aufzuhören weiter, tiefer zu forschen.

Eines der folgenden Erlebnisse gehabt zu haben, bedeutet noch nicht, dass man auch in diesem geistigen Zustand nach Belieben verweilen kann, in betreten und verlassen, ganz nach Freiem Willen! Die meisten haben ein einmaliges Erlebnis, und sprechen dann davon, dass sie erleuchtet seien. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass derjenige nur kurz eintauchte in einen besonderen Zustand – diesen dann aber nicht halten und vertiefen konnte, auch nicht andere Erkenntnisse erlangte. Dem einmaligen Erlebnis, das nun vorbei ist, wird Dauerhaftigkeit zugesprochen, in etwa so, als hätte man Urlaub auf Hawaii gemacht und behauptet nun, man wäre Hawaiianer :D. Etwas, das zwar grundsätzlich nicht unmöglich, aber wohl nicht die Regel ist.

Diese möglichen Erkenntnisse, die alle “Erleuchtung” genannt werden, sind:

Reise durch die Schöpfung, auch mehrdimensional (siehe Filmausschnitt von “Dr. Strange”). Ich selbst habe dieses Erlebnis nur in Auszügen gehabt, allerdings weiß ich bereits, dass es die Antwort auf “Was ist die Schöpfung?” und auch “Was ist der Sinn des Lebens?” sein kann.

Diese “Erleuchtung” ist die handelsüblichste, die man scheinbar auch durch bestimmte Drogen erreichen kann. Für solche Abkürzungen habe ich nichts übrig, denn frühreif Türen zu öffnen hat sich immer als gefährlich herausgestellt. Es hat einen guten Grund, warum Kinder noch nicht Autofahren können. Bei spiritueller Reife ist das nicht anders, sogar wesentlich dramatischer. Dort frühreif Erlebnisse zu provozieren, zeugt von einem schwachen naiven Geist, ohne Demut des Erkennens, dass es jetzt aus guten Gründen einfach noch nicht an der Zeit ist. Eine Art jugendliche spirituelle Hybris. Auch wenn die Reise durch die Schöpfung eine äußerst tiefe Erkenntnis ist, die aufgrund ihrer beeindruckenden Dramatik überwältigend sein kann, halte ich sie nicht für “die Erleuchtung”, so wie es die Natur definiert.

Denn weißt du die Antwort auf diese eine Frage, dann noch lange nicht auf die folgenden:

“Was ist der Sinn meines Lebens?”

Weißt du, wozu die Schöpfung dient, dann noch lange nicht, wozu dein Sein ist. Aus dieser Unwissenheit, die recht verzweifeln kann, entspringt die Kompensation des neumodischen “Erfinde dich neu”-Bewegung. Innerlich wird in etwa wie folgt argumentiert: “Weil ich den Sinn meines Lebens nicht kenne, er ja aber der Sinn meines Lebens sein soll, er mir quasi gehört, beweist das, das mein Leben keinen eingebauten Sinn hat. Weil ich nicht weiß, was ich wissen müsste, kann er nicht gekannt werden, also gibt es keinen. Ich kenne ihn nicht, so hat er logischerweise keinen … und dann kann ich mir auch einen Sinn selber zusammenstricken.” Das ist in etwa so wie das Gefühl, das aufkommt, wenn man zum Beispiel in die Küche geht, aber nicht mehr weiß warum. Und dann einfach irgend etwas Anderes macht. Der ursprüngliche Sinn wird nicht erfüllt. Dabei hat es einen guten Grund, warum man diesen Sinn nicht kennt. Auch hier fehlt die Demut des Eingestehens: “Ich weiß es nicht. Aber weil ich es nicht weiß, bedeutet das noch nicht, dass mein Leben keinen hat”. Es gibt immer einen Grund, warum du in die Küche gegangen bist. Ebenso hat deine Geburt einen Sinn. Vergessen ist kein Beweis für seine Abwesenheit.

Im Sinn des eigenen Lebens ist das Versorgtsein inbegriffen, da das Leben allein den Dienst hat, den individuellen göttlichen Ausdruck, der man ist, zur Verwirklichung zu verhelfen. Ansonsten wird das Unversorgtsein zum Überlebenskampf – etwas, das die meisten Menschen ihren Alltag nennen. So hart es klingen mag, aber auch in der Bibel wird dies schon so erwähnt: Eine Folge des Nichtwissens um den wahren Sinn des eigenen Lebens ist das “Arbeiten”. Die Lebensgrundlage ist Angst, um deren Kompensation die allermeisten Lebensentscheidungen getroffen werden. Wenn zum Beispiel einen Körperzelle, die zur Leber gehört, sich in der Lunge wiederfindet, dann ist sie dort nicht versorgt, da dies nicht ihr natürlich angestammter Platz ist. In etwa dasselbe trifft zu, wenn wir unseren Lebenssinn nicht erfüllen – weil wir ihn nicht kennen: Das Leben kann uns nicht versorgen. Das Leben dient dir – jedoch nur dann, wenn du dir/dem Selbst dienst. Und du dienst dir Selbst am besten, indem du bist, was du bist. Was nur möglich ist, wenn du weißt, wer und was du bist. Die Folge ist das, was wir “das Wirken” nennen (was jedoch in seinem Umfang der Erläuterung einen eigenen Artikel bedarf). Wie soll das also möglich sein, ohne die Antworten auf die beiden folgenden Fragen?

“Wer bin ich?”

Die Erkenntnis deines individuellen Seins. Wer du bist, ist einzigartig. Es ist es bei jedem einzelnen Menschen – aber nicht auf die profane oberflächliche Sichtweise, wie dass jeder eine einzigartige Nase oder Fingerabdrücke hat – das sind nur die Folgen von etwas weitaus bedeutenderem Einzigartigen. Dieses individuelle Sein durchzieht alle deine Leben, hat also keine Bedeutung nur für ein, dieses Leben, sondern für alle Leben, die wir je hatten oder haben werden, zu allen Zeiten und Orten. Wer du bist, ist die erste Individualisierung des Universellen. Klarer wird dies durch die Metapher, die ich bei der nächsten Frage verwende:

“Was bin ich?”

Nur ein kleines anderes Wort, und dennoch macht es so einen enormen Unterschied. Was wir sind, ist universell, nicht mehr individuell. Es ist bei jedem dasselbe, nicht einmal mehr nur das gleiche. Ich nenne es nicht das heute so geläufige “Eins-Sein”, sondern “Der Eine”… wir sind der Eine. Wir sind nicht Eins. Auch das ist ein bedeutender Unterschied. Als Metapher: Alle Sonnenstrahlen kommen von der Sonne, d.h. dort sind sie alle vereint – das ist “Was bin ich?” (aber Achtung: nur metaphorisch). Sobald sie die Sonne verlassen, sind sie weiterhin alle Licht, jedoch haben alle eine einzigartige Richtung, das ist das “Wer bin ich?”. Sobald der einzigartige Lichtstrahl auf irgend etwas trifft, hat er dort eine sofortige, einzigartige Wirkung. Jeder auf seine einzigartige Weise. Für diese Wirkung muss er nicht “arbeiten”, muss sich keine Zertifikate oder Erlaubnisse einholen, sondern einfach das sein, was er ist: Licht.

Eine Besonderheit ist, dass alle, die erkannt haben, was sie sind, jene erkennen, die dies auch erkannt haben. Dies können jene, die diese Erkenntnis noch nicht hatten, nicht in anderen erkennen, aber am Verhalten und der Lebensweise des “Erleuchteten” erahnen. “Was bin ich?” halte ich für die eigentliche Erleuchtung, die höchste Erkenntnis. Alle anderen hier erwähnten Erkenntnisse hängen damit zusammen, fallen aber hierarchisch darunter. Daher ist es jedem Strebenden anzuraten, nicht nachzulassen bis zur Erkenntnis dieser Frage und Verkörperung der Antwort.

Alle hier erwähnten Erkenntnisse -und es gibt noch zahlreiche mehr- haben die Eigenschaft auf nur Teilen erkannt zu sein. So kann es eine rein mentale Informiertheit sein, was die schwächste Ausprägung ist und aufgrund ihrer Natur dann oft in ihrer Bedeutung nicht verstanden wurde. Sobald das rein mental Erkannte auch ins Herz, auf das mittlere Dantien rutscht und gefühlt wird, spätestens dann rüttelt es einen ordentlich durch. In etwa von dem Ausmaß eines Kückens, das bisher nur das Innere des Eies als Welt ansah, und nachdem die Schale brach erkennen muss, dass die wahre Welt doch um einiges größer ist :). Final geht es dann darum, das mental und emotional Erfasste auch zu verkörpern, zu leben. Und nicht nur in der Zeit stiller Meditation, sondern dauerhaft. Der Unterschied ist in etwa, wie auf Frieden zu meditieren, vielleicht eine Stunde am Tag, was dann mehr oder weniger tief gelingt. Und den Rest der Zeit eben irgend etwas Anderes zu verkörpern. Oder Frieden zu sein, verkörperter Frieden, zu allen Zeiten, an allen Orten, mit jeder Begegnung mit allen Wesen, bis hin in den Tiefschlaf. Diese Verkörperung nenne ich die “Gottmensch Aufrichtung“, andere nennen sie das Christusbewusstsein, u.s.w., und sie ist der finale Grund unseres aktuellen Daseins auf der Erde, die letzte Bestimmung – und nur mit ihrer Erfüllung ist es uns möglich, das uns bestimmte Paradies erneut hervorzubringen. Dann wird aus dem Planeten der Verlorenen einer des Feierns des göttlichen Selbst.

Alles was ich und Laura veröffentlichen, ob es in unseren Blogs, auf Facebook oder in den Workshops ist, dient dazu dir den Weg zu diesen bedeutenden Antworten zu zeigen. Deswegen ist alles auch allen dienend, und rein auf Spendenbasis. Ich halte sie sogar für die einzig wichtigen Fragen und alle anderen Lebensfragen entspringen aus der Unkenntnis um diese ersten. So suchen wir die Wurzeln verzweifelt in den Blättern, drehen uns im Kreis und glauben Ewiges im Vergänglichen zu entdecken. Die Jagd nach Geld, Ruhm oder gesellschaftlich als erstrebenswert Propagierten, wie Haus, sogenannte Seelenpartner und Familie, sind alle nur klägliche Versuche diese innere Heimat zu finden, die sich auftut, sobald man jene Antworten erhält. Erst dann hört jede Einsamkeit, jedes Verlorensein auf. Sie sind unsere tiefste Sehnsucht, und sie klopft unablässig an unsere Tür wie unser Herzschlag uns sanft Tag und Nacht begleitet.

Die Jagd nach Wissen aus Büchern hat ihre Ursache im intuitiven Wissen, dass es Allwissen gibt.
Die Jagd nach Titeln und Ansehen (auch nur vor den Nachbarn ;)) hat ihre Ursache im intuitiven Wissen, dass es allein das Selbst, der Eine, der wir alle sind, zu achten gilt.
Die Jagd nach vergänglicher Freude hat ihre Ursache im intuitiven Wissen, dass es eine ewige grundlose Freude gibt.
Die Jagd nach “der einen Liebe” hat ihre Ursache im intuitiven Wissen, dass es die bedingungslose Liebe gibt.
Die Jagd nach Geld hat ihre Ursache im intuitiven Wissen, dass es die Fülle gibt, die dir dienende Schöpfung.
Der Kampf und die Widerstände im Leben haben ihre Ursache im intuitiven Wissen, dass es ein friedvolles So-Sein-Dürfen aller & allem gibt.

Daher sei achtsam, ob und wann du dir diese Fragen stellst! Denn sobald sie ernsthaft von Herzen gestellt wurden, klingen sie in die Stille des Herzens – und der Rest ist nur Countdown bis zu den Antworten, und das Gerüst der Einbildung des gesellschaftlichen Lebens fällt zusammen wie ein Kartenhaus. Wenn du es erlaubst.

Ergänzungen

Was ist ein Gottmensch?

Ein Gottmensch ist, wer erkannt hast, was er ist und dies vollständig verkörpert. Es ist die freie Wahl des ursprünglichen „Ebenbild Gottes“ zu sein. Die Erkenntnis „Was bin ich?“ wird auch Erleuchtung genannt. Ab dann gilt es herauszufinden, wie dies gelebt sein will, um es auch zu an allen Orten zu allen Zeiten im Kontakt mit allen Wesen zu verkörpern.

Was ist der Weg zur Selbsterkenntnis?

Es gibt mehrere Prinzipien, die zur Selbsterkenntnis führen, die in früheren Zeiten unter verschiedenen Begriffen gefasst wurden. So
– das „Bhakti Yoga“… der Weg der Hingabe. 
– das „Karma Yoga“… der Weg karmafrei zu leben.
– das „Jnana Yoga“… der Weg das Selbst zu erkennen.

Wir empfehlen alle davon zu leben, in jedem Augenblick, so gut es gelingt.

Jede Hingabe an das Leben und das Karma führt zurück in die Bestimmung. Wir praktizieren dies durch die Gottmensch Meditation, gelebte Meditation, SAM, Vipassana, den Harmonizer. Jede Handlung aus der Dreieinigkeit ist eine karmafreie, auch praktiziert durch die Meditation aufs Ideal und gelebte Meditation. Jedes Eintauchen in das Selbst ist eine Tür zur Erkenntnis, durch die Gottmensch Aufrichtung, gelebte Meditation und Sonnenmeditation.

Auch wenn es prinzipiell keiner Technik bedarf, um das Selbst zu erkennen, so hat sich im Laufe von Jahrtausenden gezeigt, dass es für die meisten dennoch günstig ist zu meditieren. Nicht jede Meditation ist auf Selbsterkenntnis ausgelegt, so hat das heutige moderne “Yoga”, das nur einen Teil der ursprünglichen Yoga-Lehre verwendet (Asanas, Mantren und Mudras), weder die Intention noch die Tiefe, um zur Erleuchtung zu führen. Die aktuell mir bekannten schnellsten Methoden sind:

Gottmensch Aufrichtung
Sonnenmeditation nach Abuna Semai
Sonnenyoga nach Sunyogi Umasankar
Ramana Maharshi‘s Self-Inquiry

Die folgenden führen ebenso zum selben Ergebnis, benötigen jedoch mehr Zeit. Insbesondere das klassische Vipassana ist selten in einem Leben zu schaffen. Die Gottmensch Meditation verwendet dieselben Prinzipien wie von Buddha gelehrt, jedoch mit wesentlich weniger Einfluss des Willens als Vipassana, was sie deutlich wirkungsvoller macht. Sie ist die Praxis zur ursprünglichen Lehre des “Aufmerksamkeit vergegenwärtigen”.

Gottmensch Meditation
Vipassana nach Goenka

Ob das von mir gelehrte Spontanbewegen “SAM” zur Erleuchtung führen kann, ist noch unbekannt. Sehr gut möglich, da es die selben Prinzipien wie Vipassana verwendet, aber es fehlen noch Erfahrungswerte.

Stufen der Erleuchtung?

Genau genommen gibt es so etwas wie “Stufen der Erleuchtung” nicht. Die meisten Menschen wählen jedoch keine sofortige Erleuchtung, sondern ein annähern an den finalen Zustand, denn sie wissen intuitiv bereits, was dies bedeutet und das das Hauptspiel des Egos sich ab der Erleuchtung dem Ende neigt. Dieses Annähern kann man in folgende Schritte unterteilen, die sich teilweise auch im Buddhismus so wiederfinden:

SOTAPANNA

Jemand, der in den “Strom der Erkenntnis” eingetreten ist. Wer einmal von der Wahrheit berührt worden ist, sie auf irgend eine Weise wahrnahm, der ist am dem Augenblick im Sog des Selbstes, das ihn nach Innen und zur Selbsterkenntnis führt. Es mag ab dann noch lange dauern, oft mehrere Leben lang, der Sog zum Selbst ist aber stärker als die zuvor bestandene Abstoßung. Man könnte es als Startschuss bezeichnen.

BAGHAVAN

Jemand, der die vier Elemente in sich zum Ausgleich gebracht hat. Dies bedeutet, dass die Elemente keinen ungewollten Einfluss mehr auf ihn haben, weder mental, emotional noch physisch. Praktisch bedeutet dies zum Beispiel, dass derjenige nicht mehr durch Emotionen beherrscht ist, nicht mehr essen oder schlafen muss (aber kann), nicht mehr friert und ja, sogar nicht mehr atmen muss. Für einen normalen Menschen wird es ab hier etwas verrückt, wer länger meditiert, kennt zumindest ansatzweise solche Phänomene, die zum Beispiel für fortgeschritten Praktizierende der Sonnenmeditation und des Sonnenyogas recht häufig erfahren werden. So kann es sein, dass man im Winter bei 0 Grad dennoch problemlos solange wie gewünscht barfuss läuft, ohne Kälteerscheinungen an den Füßen, wie in meinem Fall, als ich täglich etwa eine Stunde zur Mittagszeit praktizierte.
Obwohl so jemand nicht mehr den Elemente-Einflüssen unterliegt, wird er dennoch von Verlangen und Aversion beherrscht – die Wurzeln, die zur Bindung an Elementen geführt hat. Wenn auch deutlich weniger als ein normaler Mensch.

ARAHAT

Ein Arahat unterliegt neben den Elementen auch nicht mehr dem Einfluss von Verlangen und Aversion. Er hat damit den vollkommenen Freien Willen freigelegt. Was das bedeutet… das darf sich jeder selbst ausmalen :).

BUDDHA

Tja… an diesem Begriff stricke ich noch, da mir noch nicht alles über diese Ebene klar ist. Eines weiß ich jedoch. Ein Buddha kennt den Gottmensch Körper und ist sich bewusst, dass dieser unter all den Schichten aus karmisch angehäuften Elementeformationen, getriggert durch Verlangen und Aversion, in jedem steckt. Dies ist unser wahrer Körper, alle anderen nenne ich daher “Raumanzüge“. Auf der Gottmensch-Aufrichtung werden wir uns intensivst mit dem Gottmensch Körper beschäftigen und meine bisherigen Erfahrungen damit und Zugänge zu ihm. Ein Buddha kennt noch nicht das Selbst, nicht den finalen Gottmenschen in sich – auch wenn er sich des Höchsten Wesens bewusst ist, wird dies noch nicht als das Selbst erkannt.

CHRISTUS

Über Buddha und Christus wird gesagt, dass Buddha der Weg zur Erleuchtung ist, Christus ist die Erleuchtung. Das sehe ich ebenso. Ein Christus kennt nicht nur den Gottmensch Körper, sondern auch den Gottmenschen in sich, das Selbst – und ist erst damit vollständig aus dem Kreislauf der Einbildungen ausgetreten.


Wer über das Leben jener lesen möchte, die den Großteil dieses Weges hinter sich gebracht haben, dem lege ich wärmstens das Buch “Leben und Lehren der Meister im Fernen Osten”, Band 1 bis 5 ans Herz. Es gehört zu meinen Top 3 ? aller Bücher, die ich kenne. Hier auf englisch (original) und auf deutsch.

Autor


Abuna Semai

Abuna Semai

All mein Wissen lehre ich frei allen zugänglich und immer & allerorts rein auf Spendenbasis. Wissen ist nur das, was erfahren und verstanden wurde und nicht bloß aus Büchern oder der Meinung anderer weiter gegeben wird. Durch meine Meditationen vertiefen sich fortlaufend meine Erkenntnisse und ich teile sie mit jedem, der sich dafür interessiert. Möge es dich inspirieren und den Weg zu dir Selbst freudvoll erleichtern.


Diskussion

  1. Abuna Semai

    Hier ein Kommentar auf Facebook von Jojo: “Was ist die Jagd nach dem “Vergleichen mit dem Tun der Gruppe die sich um mich schart”? Wenn ich mich anders wahrnehme, und durch Gruppenzwang doch dazu zu gehören versuche, mich anzupassen versuche? ♥️ ?? Ich nehme diese Frage ins Gebet und stelle sie zugleich hier :)”

    Meine Antwort:
    “Ich habe etwas gewartet, damit du Zeit hast, dir selbst erstmal die Antwort eingeben zu lassen ;).

    Es ist die Ahnung um die Harmonie aller Wesen. In etwa so wie jeder Ton einer Symphonie dazu gehört, sind alle Wesen so in ihrer Existenz, dass sie einander nicht stören, sondern bereichern, ohne jedoch den anderen zu brauchen, um vollkommen zu sein. So braucht der Ton A nicht einen anderen Ton, um in sich “vollkommen A” zu sein. Er kann in harmonischer Kombination mit anderen jedoch etwas Zusätzliches hervorbringen, das über das in sich Vollkommene hinaus geht.

    Leugnet man die eigene Vollkommenheit, sondern glaubt andere zu brauchen um vollkommen zu werden, hat das genau die Folge dessen, was du angesprochen hast. Der Ton A versucht an anderen Tönen -die nicht A sind- seine eigene Vollkommenheit zu entdecken. Was von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist, denn so geht das nicht. Ich kann nicht die Vollkommenheit von Rot erforschen, wenn ich mich mit Blau beschäftige.

    Die zwanghafte Anpassung an andere ist also die Folge des Gefühls der eigenen Unvollkommenheit, um in der Gruppenharmonie zumindest etwas der verlorenen Vollkommenheit wiederzufinden. Dabei war die Wahrnehmung der eigene Unvollkommenheit immer nur eingebildet. Aus dem ersten Eindruck der Unvollkommenheit kann nur weitere Unvollkommenheit entspringen, genauso wie ich mit dem Ton E nur den Ton E produzieren kann und nie einen anderen. Die meisten Menschen finden augenblicklich den Gedanken unerträglich, das sie vollkommen sind, so wie sie sind. Die Welt spiegelt ja einem ständig das Gegenteil wider. Ja, solange man sich am Spiegel orientiert, wird man nie den entdecken, der gespiegelt wird… Da wird einem schon gesagt, man ist “Ebenbild Gottes” – und wirft diese Aussage einfach weg. Jedes Gefühl der Minderwertigkeit ist somit auf gewisse Weise Gotteslästerung ;).”

    05. January 2019 04:56 -

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